Paddelurlaub auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Dieses Jahr hatte unsere Wohngruppe in Niederpesterwitz einen spannenden Plan zur Feriengestaltung. Kanuwandern auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Erst konnten sich die fünf Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Allen war aber klar, dass es ein kleines Abenteuer werden würde.

Bei der Vorbereitung packten alle mit an und das erste Hindernis, die Organisation des Materials und des eigenen Gepäckes, musste überwunden werden. Es wird kein Auto zum Transport und nur wenige Einkaufsmöglichkeiten auf der vor uns liegenden Tour geben. Alles Material, vom Ball bis hin zum Gaskocher oder Zelt, muss jeden Tag neu auf die Boote verladen werden. Jeder musste bei seinen persönlichen Sachen Abstriche machen und bewusst auf den Komfort verzichten. Dafür würden wir mit jeder Menge neuer Erfahrungen und fantastischer Erlebnisse in der Natur belohnt.

Am Montag ging unsere Tour los und wir fuhren, die Autos voll mit unserem Gepäck, nach Lychen, um dort unsere Kanus in Empfang zu nehmen. Der erste Tag auf den Campingplatz wurde dafür genutzt, die Zelte das erste Mal aufzuschlagen, erste Erfahrungen mit den Kanus zu sammeln und das Lager aufzubauen. Hier machte den Meisten der Zeltaufbau noch Freude und am Abend wurde gemütlich zusammengesessen und einfach nur entspannt. Der erste Tag der eigentlichen Tour begann früh, denn das Lager musste abgebaut, zusammengepackt und auf die Boote verladen werden. Dieser Rhythmus blieb uns auf weiteren drei Campingplätzen bis zum Freitag erhalten.

Da der Weg jedoch das Ziel war, genossen wir die wunderbare Natur der Mecklenburgischen Seenplatte vom Wasser aus. Wir konnten Graureiher, Haubentaucher und Schwäne in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Enten verminderten unseren Brotvorrat bei jedem unserer Zwischenstopps, da sie gierig aus der Hand gefüttert werden wollten. Die Eindrücke der Natur sind kaum in Worte zu fassen und boten unseren Kindern einen willkommenen Kontrast zum normalen Schulalltag. Häufig konnten wir feststellen, wie alle gelegentlich gedankenversunken einfach im Moment verweilten und diese Eindrücke in sich aufnahmen. Nicht selten wurde dabei jedoch das Paddeln vergessen. Die Arme wurden nach den ersten Kilometern immer schwerer und gleichzeitig ließ die Motivation bei allen etwas nach. Aber aufgeben war keine Option, wir mussten weiter!

Jeden Tag neu das Lager aufbauen und über dem Gaskocher Essen zubereiten, obwohl man bereits vom Paddeln recht kaputt war, verlangte einiges von den Teilnehmern ab. Jeder erkannte seine mentalen und körperlichen Grenzen und konnte diese mit Hilfe der anderen Teilnehmer im Team auch überschreiten. Am Donnerstag verbrachten wir die letzte Nacht auf einen Campingplatz und gönnten uns leckere selbstgemachte Pancakes mit einem traumhaften Ausblick auf den Wurlsee.

Am nächsten Morgen brachten wir wehmütig, aber auch zum Teil erleichtert, die Kanus zurück und machten uns auf den Heimweg mit der Vorfreude auf ein gemütliches Bett.

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